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DAS ASCHENPUTTEL-EXPERIMENT – TEIL II | diy



Fleiß und Bescheidenheit, damit hat es Aschenputtel ganz schön weit gebracht – von der Rumpelkammer in die Upperclass des Märchenlandes sozusagen. Ganz so weit hinaus wollen wir mit unserem Aschenputtel gar nicht, Hauptsache weg mit der Campingattitüde! Und auch wenn wir beim letzten Mal schon den Grundstein für ein glückliches Ende gelegt haben: die Kuh ist noch nicht vom Eis, oder vielmehr: sie ist noch nicht erlöst. Deshalb geht es heute mit allerlei Fleiß und größter Bescheidenheit weiter...

Für den finalen Feinschliff brauchst du: Lineal, Prickelnadel oder etwas Ähnliches, Bohrer mit einem Bohraufsatz von 0,8 mm, Nähgarn, Schere und zwei stumpfe Sticknadeln (Größe 18). Beim Nähgarn empfiehlt sich ein Faden, der für schweres Gewebe wie Leder geeignet ist. Zur Orientierung: Das Polyestergarn, das ich verwendet habe, hat eine Fadenstärke von 50.

Damit die Naht später schön gleichmäßig aussieht, lohnt sich eine sorgfältige Vorbereitung der Nahtlöcher. Beginn deshalb damit, die Nahtlöcher mit der Prickelnadel zu markieren. Dazu legst du das Lineal an die vorgezogene Nahtlinie an und stichst alle 4 mm mit der Prickelnadel ein. Danach nimmst du den Bohrer und bohrst an den vormarkierten Punkten durch beide Lederschichten. Wichtig ist, den Bohrer hierbei immer gerade zu halten.

Bevor es gleich ans Nähen geht, noch ein Hinweis zur Naht: Um den Hocker bei Bedarf auch als solchen nutzen zu können, habe ich mich für eine Sattlernaht entschieden. Die Sattlernaht ist sehr strapazierfähig, da sie doppelt ausgeführt wird. Sollte also der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass einer der Fäden einmal reißt, wird die Sitzfläche des Hockers immer noch durch den anderen Faden gehalten.

Für die Sattlernaht schneidest du dir vom Nähgarn ein Stück ab, das mindestens viermal so lang ist wie die zu nähende Nahtlinie. An beide Enden fädelst du jeweils eine stumpfe Nadel auf. Führe eine der Nadeln durch das erste Nahtloch im Leder und ziehe den Faden so weit durch, dass auf beiden Seiten ungefähr gleich viel Faden steht. Sollte die Nadel nur schwer durchs Loch gehen, ziehe dir Einweghandschuhe über, damit lässt sich die Nadel besser greifen und durchziehen.

Als Nächstes führst du eine der beiden Nadeln durch das zweite Loch. Beide Nadeln liegen nun auf derselben Seite. Welche Nadel du hierfür nimmst, ist egal, allerdings ist diese Nadel ab sofort die Führungsnadel (Nadel 1). Das heißt, jeder Stich wird als Erstes mit dieser Nadel ausgeführt. Nimm dann die andere Nadel (Nadel 2), führe sie ebenfalls durch das zweite Nahtloch und ziehe den Faden fest.

Für den nächsten Stich gehst du mit der Führungsnadel (Nadel 1) durch das dritte Nahtloch, danach mit der anderen Nadel (Nadel 2) usw. Ist das Ende der Naht erreicht, nähst du zwei, drei Stiche im gleichen Wechsel zurück, bis beide Nadeln auf der Unterseite liegen. Verknote die Fäden und schneide sie ab. Wer ganz sicher gehen möchte, gibt auf die Enden bzw. den

Noch ein Tipp: Weil das Handling schwieriger ist, sobald das Leder am Hocker befestigt ist, klebe und nähe erst die eine Seite und dann die andere.



Jetzt schau sich doch einer dieses Aschenputtel an! Frisch frisiert kommt es äußerst präsentabel daher – egal ob in höchsten Adelskreisen oder im heimischen Wohnzimmer. Und nu? Naja, nach dem Happy End wird im Märchen wie im Film für "jewöhnlich abjeblendt"...

Das Aschenputtel-Experiment – Teil 1

Bezugsquellen
Nähgarn
Sticknadeln

Kommentare:

  1. Deine Anleitungsbilder sind wirklich die schönsten, die ich kenne. Dass ich die Verwandlung des Hockers großartig finde, sei auch noch einmal erwähnt!
    Liebe Grüße, Flo

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  2. Tollt Story, toller Hocker!
    Und die Kuh ist jetzt auf jeden Fall runter vom Eis
    und rauf aufs (Stuhl-)Gestell, was? ;)
    Liebe Grüße,
    eLLy

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